Alternative Wasserstoff und Gaskraftwerk Drucken
Mittwoch, 16. Januar 2013 um 21:50

Leserbrief von Wolfgang Lookhof, Am Mühlenteich, Stade zu den Artikeln "Mit Wasserstoff Windstrom speichern" und "Lange Leitung für Windstrom" (Stader Tageblatt vom 20. Dezember)

Im Wasserstoff den Wind-Strom zu speichern, ist meines Erachtens für Deutschland, die einzige technisch sinnvolle Alternative. Die Umwandlung von Wasserstoff in Methan ist der darauf folgende logische Schritt, Methan ist vergleichbar mit Erdgas.

Darüber hinausgehend ist es jedoch notwendig, endlich ein ganzheitliches Konzept zu entwerfen, welches folgendermaßen aussehen könnte: Wasserstoff/Methan wird dort aus Windstrom erzeugt, wo die zeitweise überschüssige sturmbedingte Windleistung anfällt, nämlich in den Windparks. Dieser Wasserstoff wird bestenfalls in der Nähe der Windparks gespeichert und dort auch in windärmeren Zeiten wieder in Gaskraftwerken (das können auch Brennstoffzellen sein) verbrannt. Das würde zur Vergleichmäßigung der Erzeugung führen und diverse Leitungsneubauprojekte, überflüssig machen.

Beispielrechnung: In Schleswig Holstein sind bis 2020 insgesamt Onshore 9000 Megawatt Windanlagen geplant. Bei einem Nutzungsgrad von 20 Prozent wären das idealerweise 1800 Megawatt rund um die Uhr zur Verfügung stehende Leistung aus den Wind-Wasserstoff-Kraftwerken"

Die Leistung der Kernkraftwerke wie Brunsbüttel, Brockdorf und Krümmel betrug zusammen etwa 3900 Megawatt. Da diese drei Kernkraftwerke auch bisher ihre Leistung gen Süden geliefert haben* ist für jeden leicht zu übersehen, dass das Problem Leitungsengpass offenbar für die Onshore-Windleistung nicht besteht. Im Gegenteil, es ist noch Reserve für die bis 2020 in Schleswig-Holstein geplanten 1000 Megawatt aus Photovoltaik und 3000 Megawatt aus Offshore Windkraftwerken, die mit etwa 1000 Megawatt Wind-Wasserstoff-Leistung dazukommen würden. Ein weiterer Vorteil der Wind-Wasserstoff-Umwandlung: Den Wasserstoff in Form von Methan in das Erdgasnetz einzuspeisen, und dann an den Verbrauchstellen zur Stromerzeugung und/ oder zu Heizzwecken wieder zu entnehmen oder an windanlagenfernen Standorten zu speichern.

Die vorhandenen Verbundnetze Strom und Gas sind wahrscheinlich ohne Zubau in der Lage, einen großen, wenn nicht den größten Teil der erneuerbaren Energien durchzuleiten. Im Übrigen ist es in jeder Beziehung leichter, eine Verbundleitung als Gas-Rohrleitung zu verlegen.