Energiewende in Stade Drucken
Montag, 01. Oktober 2012 um 21:35

Podiumsdiskussion am 14.09.2012 im Stadeum in Stad
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Die Podiumsdiskussion zum Thema "Energiewende" am 14.September 2012 wurde vom BUND Stade, der Bürgerinitiative Stade-Altes Land und der "klima-allianz deutschland" im Rahmen der Kampagne "Stade zukunftsfähig" organisiert. Es diskutierten:
der Energie-Experte Prof. Dr. Uwe Leprich  (wissenschaftlicher Leiter des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme),
Herr Christoph Born (Geschäftsführer der Stadtwerke Stade),
Herr Oliver Stapel (Wohnstätte Stade)
unter der Moderation von Herrn Jörg Rositzke (Lokalsender HeimatLive)

In seinem Einführungsreferat bezeichnete Prof. Leprich unter Bezug auf eine Aussage des Bundesumweltministers Altmaier (CDU) die Energiewende  als dritte große Herausforderung  Deutschlands  nach dem Wiederaufbau ab 1945 und der Wiedervereinigung 1989 ff. Die regenerativen Energien ersetzten bei ihrer rasanten Entwicklung nicht nur den Atomstrom, sondern machten auch den Neubau von Kohlekraftwerken überflüssig. Diese seien systemfremd und passten nicht in einen flexiblen Energiemix. Gaskraftwerke seien da eher geeignet, weil ihr Einsatz im Gegensatz zu Kohlekraftwerken flexibel gehandhabt werden könne. Die Energiewende, so Prof. Leprich, sei ein gesamtgesellschaftliches Anliegen. Jeder müsse daran mitwirken. In Stade seien einige gute Ansätze dazu sichtbar. Die Gebäudesanierung bei der Wohnstätte sei u.a. ein bemerkenswertes Beispiel. Es sei aber wichtig, die Energiewende in Stade zur Chefsache zu machen, damit sie nicht in Plänen stecken bleibe. Es müssten konkrete Ziele formuliert und ein schlüssiges Klimaschutz-Konzept auf den Weg gebracht werden. Prof. Leprich empfahl, bei der Stadt einen Koordinator zur Energiewende einzurichten, dessen Aufgabe es sei, den weiteren Prozess zu steuern und voranzutreiben.

Herr Born von den Stadtwerken Stade berichtete über Ansätze zur Energiewernde bei den Stadtwerken, machte aber deutlich, dass dieser Prozess langwierig  und schwierig sei. "Vor uns liegt ein Marathon-Lauf..."

Herr Stapel von der Wohnstätte Stade beschrieb Aktivitäten zur Gebäudesanierung und zur dezentralen Energieversorgung von Gebäudekomplexen.
Einig war sich die Runde darin, dass die Ansätze der unterschiedlichen Partner zur Energiewende in Stade koordiniert werden müssten, um konkrete Schritte auf der Grundlage eines schlüssigen Konzepts zu unternehmen. Dabei sei es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger in die Diskussionen mit einzubeziehen - etwa in Form eines "Runden Tisches zur Energiewende".

BUND Stade (Silke Hemke) und die Kampagne "Stade zukunftsfähig" (Adolf Meyer) verabredeten, im nächsten Jahr eine Veranstaltung  durchzuführen, in der in erweitertem Kreis mit Beteiligung der Stadt über das bis dahin Erreichte gesprochen werden soll, um die dann folgenden Schritte zu erörtern. Prof. Dr.Leprich sagte seine Teilnahme bereits jetzt zu.