Energiewende muss weiter gehen – aber noch ein Marathonlauf für Stade Drucken
Samstag, 22. September 2012 um 20:27

Gemeinsame Pressemitteilung des BUND Stade, der BI Stade-Altes Land und der klima-allianz deutschland:

Hochkarätige Podiumsdiskussion zu Energiewende in Stade/ Energieexperte sieht Stade auf einem guten Weg doch empfiehlt, an Tempo zuzulegen / Wohnstätte und Stadtwerke sehen Energiewende als wichtigen Weg für Stade

Stade, 16.9.2012. Am vergangenen Freitagabend (14.9.) fand in Stade eine hochkarätige Podiumsdiskussion zum Thema Energiewende statt,

die vom BUND Stade, der Bürgerinitiative Stade-Altes Land und der klima-allianz deutschland im Rahmen der Kampagne „Stade zukunftsfähig“ organisiert wurde. Auf dem Podium diskutierten der renommierte Energieexperte Prof. Dr. Uwe Leprich, wissenschaftlicher Leiter des izes - Institut für ZukunftsEnergieSysteme, der Geschäftsführer der Stadtwerke Stade, Herr Christoph Born und Oliver Stapel von den Wohnstätten. Überzeugend moderiert wurde die Veranstaltung von Jörg Rositzke vom Lokalsender HeimatLive.

Auf dem Podium herrschte Einigkeit darüber, dass in Stade schon wichtige erste Schritte in Richtung unternommen worden sind. „Stade ist auf dem Weg“, so die einhellige Meinung. Dennoch sei noch viel Arbeit zu tun. Christoph Born von den Stadtwerken brachte es auf den Punkt: „Vor uns liegt ein Marathonlauf und wir werden noch um einiges zulegen müssen.“ Es sei wichtig, dass jetzt die nächsten Schritte vorangetrieben werden.

"Nach dem Wiederaufbau nach dem Krieg und nach der Wiedervereinigung sei die Energiewende die dritte große Herausforderung Deutschlands", zitierte Prof. Dr. Uwe Leprich einleitend in seinem Impulsreferat Umweltbundesminister Altmaier (CDU). Die rasante Entwicklung bei den regenerativen Energien werde nicht nur Atomstrom ersetzen, sondern auch den Neubau von Kohlekraftwerken überflüssig machen. Diese seien "systemfremd" und passten nicht ins künftige Mix. Flexibilität werde künftig gefordert, hier seien Gaskraftwerke wegen ihrer Flexibilität eher geeignet.

Der Professor betonte in seinem Redebeitrag die Bedeutung des Themas Energiewende als gesamtgesellschaftliches Projekt. Jeder und jede müssen daran mitwirken. Auch in Stade seien verschiedenen Energiewendepartner wichtig. Der Energieexperte attestierte Stade, bereits einige sich bereits auf den Weg gemacht zu haben und identifizierte viele gute Ansätze und Projekte, z.B. bei den Stadtwerken. Das Engagement der Wohnstätte bei der Gebäudesanierung könne sich „in Deutschland sehen lassen“, so Leprich.

Uwe Leprich betonte, es sei wichtig, die Anstrengungen zu verstärken und die Energiewende zur „Chefsache“ zu machen. „Das nächste Jahr wird entscheidend, es müssen konkrete Ziele formuliert und ein überzeugendes Klimaschutzkonzept auf den Weg gebracht werden.“ Leprich empfahl der Stadt Energiewende-Koordinator anzusiedeln, der den weiteren Prozess koordinieren und vorantreiben könne.

Einhellig begrüßten der Geschäftsführer der Stadtwerke, Christoph Born und Oliver Stapel von den Wohnstätten den Vorschlag eines Energiewende-Koordinators bei der Stadt. Aus dem großen Kreis der Veranstaltungsbesucher wurde dieser "Kümmerer" für solche Koordinationsaufgaben ebenfalls sehr erwünscht und gleichzeitig betont, dass es auch wesentlich auf ein Engagement der Bürgermeisterin ankomme.

Silke Hemke, Vorstandsmitglied des BUND Stade freute sich: „Von dieser Veranstaltung geht ein Signal aus: es hat sich einiges getan, wir sind jetzt auf dem Weg!“ Auf dem Podium wurde auch der Vorschlag formuliert, einen runden Tisch zur Energiewende einzuberufen. Adolf Meyer, Sprecher der Bürgerinitiative Stade-Altes Land betonte: „Es kommt darauf an, dass jetzt auch die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden. Wir hoffen, dass die Stadt bald auf uns zukommt.“

Die Kampagne „Stade zukunftsfähig!“ möchte den Schwung der Veranstaltung gerne auf den weiteren Weg mitnehmen und die Diskussionen fortsetzen. Gemeinsam verabredet wurde, sich im nächsten Jahr in erweiterter Runde – mit Beteiligung der Stadt – zusammenzusetzen und gemeinsam draufzuschauen, was bereits erreicht sei. Uwe Leprich nahm die Einladung gerne an.

Die nächste Veranstaltung der Kampagne „Stade-zukunftsfähig!“ findet am kommenden Samstag, den 22. September, anlässlich des bundesweiten Klima-Aktionstags statt. Unter dem Motto „Energiewende: wir haben schon mal angefangen!“ werden am Mittag zwischen 11.00-13.00 Uhr auf dem Bürgermeister-Dabelow-Platz in Stade werden in Kooperation mit „Stade zukunftsfähig!“ die Stadt Stade, die Wohnstätte Stade, die Kreissparkasse Stade, die Firm Fischer (Barstedt), der BUND Stade und weitere ihre Energiewende-Projekte vorstellen. Sie sind herzlich eingeladen. Vorgestellt werden u.a. das geplante Klimaschutzkonzept der Stadt Stade, das Bürgersolarprojekt, Energetische Gebäudesanierung und die Nutzung Erneuerbarer Energien in der Gebäudewirtschaft.