Großer Erfolg: Bündnis reicht über 9.000 Einwendungen ein Drucken
Sonntag, 14. April 2013 um 16:04


Gemeinsame Pressemitteilung von BUND Stade, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace Hamburg, NABU Stade, Bürgerinitiative Stade-Altes Land, Bürgerinitiative Haseldorfer Marsch und klima-allianz deutschland

Ende der Öffentlichkeitsbeteiligung im Bebauungsplanverfahren für Dow-Kohlekraftwerk / Breites Bündnis übergibt mehr als 9.000 Stellungnahmen gegen klimaschädliche Kraftwerksplanung/ Starkes Signal für Klimaschutz und Energiewende [Fotos von der Übergabe]

Stade/Berlin/Hamburg, 25.03.2013 - Zum Ende der Öffentlichkeitsbeteiligung im Bauleitplanverfahren für das vom Chemieriesen Dow geplante Steinkohlekraftwerk im niedersächsischen Stade übergibt ein breites Bündnis aus Umweltverbänden, Klimaschützern und betroffenen Bürgern tausende Einwendungen gegen das Vorhaben an die Stadt Stade. Darin fordern sie die Einstellung des Verfahrens und die Entwicklung innovativer und zukunftsfähiger Alternativen. Zudem reichen die Umweltverbände Deutsche Umwelthilfe , BUND und NABU Niedersachsen gemeinsam mit dem Landessportfischerverband Schleswig-Holstein und betroffenen Bürgern eine 300-seitige Stellungnahme ein, in der zahlreiche durch Rechts- und Fachgutachten untermauerte Kritikpunkte am Planungsprozess sowie am Dow-Kohlekraftwerk aufgezeigt werden. 

"Wir freuen uns sehr über die vielen Tausend Einwendungen und fühlen uns im Kampf gegen das Kohlekraftwerk in Stade enorm gestärkt", sagt Silke Hemke, Sprecherin des BUND Kreisverbands Stade. Dies zeige, dass das klimaschädliche DOW-Kraftwerk in der Region und weit darüber hinaus auf breite Ablehnung stoße. "Auch in Hamburg lehnen viele Menschen die Stader Kohlekraftwerksplanung ab", berichtet Holger Becker, Energieexperte der dortigen Greenpeace-Gruppe, was sich auch an der Masse an Einwendungen zeige. "Solche klimaschädlichen Großprojekte finden in der Bevölkerung keine Akzeptanz, da deutlich klimafreundlichere Alternativen realistisch sind", so Becker.

"Ein so klares Votum der Bürgerinnen und Bürger können die Verantwortlichen in Stade nicht länger ignorieren" betont Adolf Meyer, Sprecher der Bürgerinitiative Stade - Altes Land. "Die kritischen Argumente gegen das Kohlekraftwerksprojekt der Dow müssen endlich Gehör finden. Wir hoffen auf ein Umdenken seitens der Stadt", so Meyer. Auch für Daniela Setton, Referentin für Energiepolitik des Bündnisses klima-allianz deutschland, ist die überwältigende Zahl an Einwendungen gegen das Kohlekraftwerk ein starkes Signal für Klimaschutz und Energiewende. "Stade stemmt sich mit seinen Plänen gegen den deutschlandweiten Trend. Wir brauchen den Richtungswechsel hin zur umwelt- und klimaverträglichen Stromerzeugung, damit das Generationenprojekt Energiewende zum Erfolg wird." Dem dürfe sich weder die Hansestadt noch Dow entgegenstellen, in dem sie auf Klimakiller-Technologie von vorgestern setzten, so Setton.

Umweltverbände und Bürgerinitiativen begründen ihre Forderung nach einem Stopp des Verfahrens für das Dow-Kohlekraftwerk mit einer Vielzahl an Kritikpunkten. "Die Stadt ignoriert zentrale Natur- und Klimaschutzvorgaben der Regional- und Landesplanung und hintertreibt damit die Klimapolitik der neuen Landesregierung ", sagt Jürgen Quentin, Umweltjurist der Deutschen Umwelthilfe. Der Kohleblock gefährde die Ziele des geplanten Klimaschutzgesetzes, wonach der heutige CO2-Ausstoß Niedersachsens bis Ende des Jahrzehnts um ein Drittel gesenkt werden müsse.

"Viele Menschen haben ihre Sorgen über drohende Gesundheitsgefahren und Schadstoffeinträge in die Obstanbaugebiete durch die geplante Kohleverbrennung zum Ausdruck gebracht", erläutert Niels Peter Rühl, Sprecher der Bürgerinitiative Haseldorfer Marsch. Die ohnehin schon stark vorbelastete Region auf der schleswig-holsteinischen Seite der Elbe sei besonders gefährdet, da diese in Hauptwindrichtung des Schornsteins liege und damit die meisten Schadstoffe abbekomme. "Wir appellieren eindringlich an den Stader Rat, der Region keine weitere Belastung mit krebserregenden und hochgiftigen Feinstäuben und Schwermetallen zuzumuten - zum Wohle der Menschen und der Umwelt", so Rühl.

Fotos von der offiziellen Übergabe der Einwendungen an die Bürgermeisterin der Stadt Stade.