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Energiewende – beim Kohlekraftwerk hört die Harmonie auf Drucken E-Mail
Mittwoch, 16. Januar 2013 um 21:56

In der lockeren Atmosphäre der gut besuchten Seminarturnhalle diskutierten am Dienstagabend (08. Januar 2013)  die Landtagskandidaten und Kandidatinnen von CDU, SPD, den Grünen und den Linken

In der von der Kampagne "Stade zukunftsfähig", ( Bündnis der Umweltverbände BUND und NABU, der BI Stade-Altes Land und der Klima-Allianz) , organisierten Diskussionsrunde herrschte auf dem roten Sofa große parteiübergreifende Einigkeit über die zu gestaltende Energiewende : "Ich ertappe mich dabei, bei den Äußerungen des Vertreters der Linken zu nicken", gestand Kai Seefried von der CDU.

Alle wollen den weiteren Ausbau von On-shore Windanlagen, möglichst in Bürgerhand ,eine Korrektur der Förderung von Biogasanlagen zur Eingrenzung des Maisanbaus und sehen die Notwendigkeit einer stärkeren öffentlichen Förderung von Maßnahmen zur Wärmedämmung und Energieeffizienz im privaten Wohnungsbestand. Hier gibt es offenbar einen großen gesellschaftlichen Konsens.

Kontrovers wurde es dann aber doch bei der Einschätzung der Kohlekraftwerksplanungen der DOW Chemical. Während sich Petra Tiemann (SPD) und Kai Seefried eindeutig zu den Kraftwerksplänen bekannten und das Konzept der Firma als innovativ und modern darstellten, hagelte es Kritik aus dem Publikum, dass immer wieder die Möglichkeit hatte, an der Diskussion teilzunehmen. Als Alternative wurde eindeutig ein Gaskraftwerk favorisiert, das dann auch problemlos später mit überschüssiger Windkraft nach dem "power to gas" Prinzip betrieben werden könnte. Holger Dankers von den Linken sprach bei einem Kohlekraftwerk von einer Investition, die die "Energiewende torpediere" und Ursula Männich-Polenz (Grüne), gar von einer "klimaschädlichen Dinosaurier-Technologie".

In seinem Schlusswort betonte Heiner Baumgarten, Landesvorsitzender des BUND Niedersachsen, dass nicht nur Bürgerinnen und Bürger noch einen großen Bedarf an Beratung haben, wie die Energiewende ganz konkret umzusetzen sei, sondern auch die Planer in den Kommunen. Er erwarte auch, dass die Politik die Richtung für die Energiewende und die Maßnahmen zum Klimaschutz vorgebe und dann auch die Unternehmen sich in diese Ziele  einfügen "und nicht wie die DOW im letzten Wagon der Energiewende sitzen" bleiben.