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ÖKOSTROM - Warum ist die Auswahl des Stromlieferanten so wichtig? Drucken E-Mail
Montag, 11. April 2011 um 08:05

Der Wechsel zu einem Ökostromanbieter ist wichtiger denn je. Denn Sie als Kunde entscheiden wo Ihr Geld hingeht: entweder in die Kassen der großen Energiekonzerne, die weiterhin auf Atom- und Kohlestrom setzen, oder in den Ausbau Erneuerbarer Energien.

Aber vorsicht, nicht alles ist wirklich so grün wie es in der Werbung erscheint.

Reinhard Erdmann erläutert warum die Auswahl des richtigen Stromanbieters so wichtig ist: 

Warum ist die Auswahl des Stromlieferanten so wichtig?

Es gibt zurzeit nur vier Lieferanten, die glaubwürdig als Versorger für alternative Stromlieferung genannt werden können:

 EWS Schönau 95,9% Ökomix,  4,1% Kraftwärmekopplung 
 Greenpeace Energy        99% Wasserkraft, 1% Windkraft
 Naturstrom 71,5% Wasserkraft, 28,5% Windkraft
 Lichtblick 100% Ökomix 1

Nur diese vier Lieferanten haben sich verpflichtet die Gewinne aus dem Stromverkauf wieder in alternative Stromerzeugung zu investieren.

Bei den meisten anderen Lieferanten, die "Naturstrom oder Naturwatt" meist für einen höheren Preis als ihr Standardprodukt verkaufen handelt es sich um ein Greenwashing. Jeder der großen Vier hat auch Anteile an Wasserkraft, Windenergie und Biogas in seinem Strommix. Wenn diese Unternehmen einen Anteil nur als Naturstrom verkaufen ändert sich an der Erzeugungskapazität nichts. Die anderen Kunden erhalten dann eben weniger Naturstrom.

Die Energieversorgung Weser-Ems EWE hat in ihrem angebotenen Strommix 41,5%Fossil, 23,8% Ökomix und 34,7% Atomstrom. Wenn sie also bei der EWE nur Strom aus dem Bereich Ökomix kaufen, muss sich nicht unbedingt die Gesamtverteilung der Stromliefung ändern. Es kann sein, dass nur sie einen höheren Preis zahlen. Es muss immer genau hinterfragt werden, ob durch den Bezug von Ökostrom, der Lieferant auch seinen Einkauf von Ökostrom erhöht.

Noch verwerflicher ist es, wenn Unternehmen sogenannte RECS-(Renewable Energy Certificat) kaufen. Das RECS wird von Verbraucherschützern und Energieexperten kritisiert, weil es ermöglicht, Atom- oder Kohlestrom in angeblichen Strom aus erneuerbaren Quellen umzuetikettieren. Der Stromkunde, der von dem Stromversorger mit RECS-Ökostrom versorgt wird, glaubt, dass er mit seiner Stromrechnung den Betrieb und Ausbau von Anlagen für erneuerbaren Energien fördert. Tatsächlich erhält der Ökostrom-Erzeuger, der das RECS-Zertifikat verkauft hat, vom Geld des Ökostrom-Verbrauchers nur ein Hundertvierzigstel dessen, was der AKW-Betreiber erhält (0,05 Cent bzw. 7 Cent/kWh). Wird durch entsprechendes Marketing der ökologische Mehrwert noch hervorgehoben, so können diese Methoden dem Greenwashing zugeordnet werden. 2

1
Die Prozentangaben sind dem Portal Verivox entnommen
2 Auszüge aus Wikipedia