| Eons dreckiges Stromgeschäft |
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| Dienstag, 20. Oktober 2009 um 11:57 |
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aus Wir Klimaretter vom 16.10.2009 Glaubt man der Eigenwerbung, dann ist Eon ein geradezu grüner Konzern: Gern schmückt sich der nach eigenen Angaben weltgrößte Energieversorger mit Wind- und Wasserkraftanlagen, doch über das dominierende Geschäft mit Kohle- und Atomkraftwerken redet Eon wenig. Vor allem in England hat der Stromriese deshalb den Zorn der Klimaschutzbewegung auf sich gezogen. Am Wochenende will der "Great Climate Swoop" des britischen Klimacamps den Düsseldorfer Konzern ins Visier nehmen. Auch andernorts soll Eon Besuch bekommen. Für die britische Kohlegegner ist Eon einer der größten Bremser für mehr Klimaschutz. Beispiele dafür gibt es viele: Noch im Frühjahr dieses Jahres forderte der Konzern etwa gemeinsam mit dem französischen Atomkonzern EDF, die Förderung für Windenergie in Großbritannien zu begrenzen. Investitionen in neue Atomkraftwerke, so die Begründung, würden sonst unprofitabel. ![]() e.on - f.off: Weihnachtsgrüße an Eon in England - wortspielerisch wird dem Konzernnamen der Fluch "fuck off" entgegengehalten. (Foto: Climate Camp) In Kingsnorth, nahe der Grafschaft Kent will Eon einen neuen Kohleblock bauen - den ersten Neubau seit 30 Jahren. Das schon bestehende Kraftwerk Kingsnorth war bereits 2008 Ziel des britischen Klimacamps. Hier durften Klimaschützer vergangene Woche jubeln – der Konzern hatte erklärt, die Pläne für das Kraftwerk "auf Eis zu legen". Das Eon-Kohlekraftwerk Ratcliffe-on-Soar ist einer der weltweiten Rekordhalter was klimaschädliche Stromerzeugung angeht und steht auf Platz 23 der klimaschädlichsten Kraftwerke Europas. Am Wochenende wollen Klimaschützer das Kohlekraftwerk im Rahmen des "Great Climate Swoop" besetzen. Nach wie vor plant Eon auch, in einem Joint-Venture mit RWE, neue Atomkraftwerke auf der britischen Insel zu errichten. Dreckiges Öl soll durch noch dreckigere Kohle ersetzt werden Und sonst? Zwar investiert Eon inzwischen auch größere Summen in Offshore-Windparks und effiziente Erdgas-Kraftwerke, aber das geschieht vornehmlich im Ausland. Und selbst konzernweit fließen, wie eine Studie im Auftrag von Greenpeace ergab, nur etwa zehn Prozent des gesamten Investitionsbudgets in Erneuerbare Energien. Auf der italienischen Insel Sardinien befindet sich das Eon-Kraftwerk Fiume-Santo, das teilweise mit Öl betrieben. Nun ist es zweifelsohne keine grandiose Idee, zunehmend knappes und wertvolles Erdöl weiterhin zur Stromerzeugung zu verwenden - doch durch Eons Pläne, zwei Ölblöcke durch einen neuen Kohleblock zu ersetzen, würde sich die Klimabilanz des Kraftwerks noch weiter verschlechtern. Bereits im Bau befindet sich das Kraftwerk Maasvlakte 3 im Hafen von Rotterdam. Vergangene Woche blockierten Greenpeace-Aktivisten dort eine Ladung Kohle, die per Schiff angeliefert wurde. Auch im hohen Norden von Finnland will Eon aktiv werden. Das Firmenkonsortium Fennovoima, an dem Eon mit 30 Prozent beteiligt ist (den Rest hält die französische EdF), plant hier ein neues Atomkraftwerk. Lokale Fischer fürchten um ihre Lachsbestände, die durch eine Erwärmung des Meerwassers durch das Atomkraftwerk stattfinden würde. In Deutschland ist Eon von den vier marktbeherrschenden Energiekonzernen der größte. An 11 der 17 Atomkraftwerke in Deutschland ist der Konzern beteiligt. Auch der umstrittene Pannenreaktor Krümmel gehört zu 50 Prozent dem Düsseldorfer Konzern. Die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau, die in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen sorgte, weil sie Abfälle aus der Brennelementeproduktion in großen Mengen nach Sibirien verschifft hat, wird ebenfalls von Eon mitbetrieben. Stade, Wilhelmshaven, Großkrotzenburg, Datteln: Bei Kraftwerksneubauten setzt Eon hierzulande stark auf Kohle. In Datteln musste Eon jedoch kürzlich eine herbe Niederlage einstecken: Ein Gericht erklärte den Bebauungsplan für ungültig, die Baustelle für das zur Hälfte fertiggestellte Kraftwerk steht seitdem still. Zwar will die dortige Landesregierung für den Klimakiller kämpfen, doch es ist gut möglich, dass Eon am Ende das Kraftwerk zurückbauen muss. |




