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BI befürwortet Gaskraftwerk der Dow Drucken E-Mail
Donnerstag, 02. Juli 2009 um 16:01

...lehnt aber das Kohlekraftwerk entschieden ab.

PRESSEMITTEILUNG DER BÜRGERINITIATIVE STADE - ALTES LAND VOM 2.7.2009

Die Bürgerinitiative Stade Altes Land hat in der Diskussion um neue Kraftwerke in Stade stets betont, dass sie den Bau von Gas- und Dampfkraftwerken (GuD-Kraftwerke) als eine sinnvolle Übergangs- und Ergänzungstechnologie zu den wachsenden Kapazitäten an erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen befürwortet.

In dieser Einschätzung fühlt sich die Bürgerinitiative nach näherer Prüfung der nunmehr öffentlich ausgelegten Genehmigungsunterlagen für die GuD-Anlagen der Dow Stade bestätigt. Die geplanten Anlagen, die die gesamte Versorgung des Betriebs mit Prozesswärme gewährleisten und bis zu 300 MW Strom erzeugen, kommen ohne externe Kühlung aus und sind ohne gesonderte Abgasreinigungsanlagen in der Lage, die Irrelevanzgrenzen für Luftschadstoffe nach dem BImschG einzuhalten. Die Belastungen für Luft und Wasser sind erheblich geringer als bei den zur Diskussion stehenden Kohlekraftwerken. Darüber hinaus ist der CO2-Ausstoss erheblich geringer als bei einem Kohlekraftwerk.


Klimaschützer sind sich weitgehend einig, dass Gas als Übergangstechnologie akzeptiert werden muss, bis alle Komponenten für eine Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien ausgebaut sind. Das gilt um so mehr, wenn wie hier daneben eine Wärmenutzung möglich ist.

Kohlekraftwerke sind dagegen aus Klimagesichtspunkten unverantwortlich, energetisch uneffizient und mittel- bis langfristig wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig. RWE wie auch Vattenfall in Berlin  und verschiedene kleinere Kraftwerksbetreiber haben deshalb ihre Neubaupläne für Kohlekraftwerke ad acta gelegt. Eine aktuelle Studie des Arrhenius Instituts Hamburg für das Kohlekraftwerk Mainz  dokumentiert, dass Kohlekraftwerke sich unter den voraussichtlichen Rahmenbedingungen schon in wenigen Jahren nicht mehr rechnen. Darüber hinaus wäre die Bundesrepublik Deutschland bei Realisierung der Ausbaupläne für neue Kohlekraftwerke unter keinen Umständen in der Lage, die zugesagten Klimaschutzziele einzuhalten. Das heißt, die Kraftwerke müssten entweder wieder stillgelegt oder ihre Betriebszeiten massiv zurückgefahren werden.

Wir appellieren deshalb an die Dow wie auch an die beiden anderen potentiellen Betreiber von Kohlekraftwerken in Stade E.on und GdF Suez, ihre Pläne für Stade noch einmal zu überdenken, denn die Menschen in Stade und Umgebung – und auch die Firmen – brauchen hier keine milliardenschweren Investitionsruinen, sondern wünschen sich eine umweltschonende, innovative und zukunftsorientierte Energiewirtschaft.

 Sie können die Pressemitteilung der Bürgerinitiative hier als pdf-Dokument herunterladen.